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Hier mein Modellflugleben von Anfang an, man könnte sicher ein ganzes Buch darüber schreiben da ich unser schönes Hobby schon seit fast 30 Jahren betreibe. Angefangen hat alles als 13 Jähriger Bub.Eines Tages zog ganz in der Nähe ein Neuer Namens Martin Wunderlich ein. Während dem Umzug habe ich geholfen sodass ich sehr schnell die ersten Modellflugzeuge zu Gesicht bekam. Martin war Jugendwart im Siegener Modellflugverein in der Abteilung Segelflug. Trotz des Umzugs ging er jeden Tag fliegen und meiner Bitte folgend nahm er mich den nächsten Tag mit auf die Flugwiese. Da war’s passiert, meine Begeisterung war so groß, das Martin mich noch am ersten Tag ein wenig steuern ließ. Gut das die Konfirmation bald anstand und so das nötige Kleingeld für Flieger und Fernsteuerung da war. Mein erstes Modellflugzeug war ein Hi Fly von Graupner, halt jetzt fällt mir ein, vorher gab es noch ein in der Jugendgruppe gehobelt und geschliffenes Wurfmodell Namens Muskelkader. Man wusste schnell warum er diesen Namen trug. Schnell wurden meine Flugkünste dank Martin besser und so wurden im Folgejahr schon die ersten Wettbewerbe mitgeflogen. 1979 war ich Landesjuniorenmeister in der Klasse RC4 E, Mann wahr ich Happy. Ralf Engel, ein Flugfreund aus dem Littfelder Nachbarverein wurde bei diesem Wettbewerb Landesjugendmeister, aber zu Ralf später mehr. Es sollte damals kaum ein Tag vergehen wo ich nicht auf dem Segelfluggelände Lindenberg war. Nach den Schularbeiten wurde geschaut ob Martin schon von der Arbeit Zuhause war um mit Ihm auf den Berg zu fahren. Martin ist auch heute noch fast Täglich auf dem Lindenberg anzutreffen, neulich sind wir noch mal gemeinsam am Hang geflogen. Wenn er mal keine Zeit hatte bin ich mit dem Rad samt eigens angefertigter Halterung für Flieger und Fernsteuerung auf den Berg gefahren. Man war ich heiß aufs Fliegen. So vergingen die Jahre, mit viel fliegen und Wettbewerben. 1983 habe ich geheiratet, 1985 kam mein erster und 1987 mein zweiter Sohn zur Welt. Beide Jungs haben natürlich auch schon mal ein Modellflugzeug geflogen und bewiesen ordentlich Talent, aber irgendwie hat es sich nicht ergeben das sie dabei blieben, Schade eigentlich. Der Siegener Verein war schon immer stark Wettbewerbsorientiert sodass ich ab 1984 sogar die Bundesliga in der Klasse F3 B mitflog. Neben dem Deutschen Meistertitel und anderen gewonnen Wettbewerben war im Sommer 1989 irgendwie die Luft raus. Ralf Engel flog zu dieser Zeit schon einige Jahre Modellheli und bot im Littfelder Verein Modellhubschrauber- Schulungen an. Eines Tages sagte er, komm ich nehme dich mal ans Kabel, macht dir sicher Spaß und außerdem ist alles was zum fliegen Anlauf braucht schei...... Nun was passiert, der Helivirus ergriff mich so stark das ich einige Stunden mit Ralf am Kabel verbrachte bis die ersten Schwebeflüge samt Landungen saßen. Nun musste der erste Heli her, das Fachgeschäft verkaufte mir eine Heimmechanik samt Star Ranger Rumpf von Heim Helikopter. Sicherlich ein guter Hubschrauber aber für einen Anfänger halt nicht so geeignet. Ich kann euch sagen, ich war jeden Tag draußen, egal wie das Wetter auch war und wollte mein erlerntes festigen. Der Punkt des Übermutes kam und der Heli war kaputt, aber nicht nur ein bisschen sondern richtig. Aus heutiger Sicht war das die Zeit wo man sich für das nächste Lernziel hätte schulen lassen müssen. Aber wie das so ist, man war jung, übermütig und wollte es halt alleine weiterprobieren. Gott sei Dank hatten sich die Jahre vorher einiges an Segelflugzeugen angesammelt, welche dann schnell zu Geld gemacht wurden, um sich die deutlich teureren Modellhubschrauber leisten zu können. Wie gesagt der Ranger war platt und was Neues musste her und zwar schnell ! Mein damaliger Fachhändler staunte nicht schlecht das ich nach einer Woche wieder auf der Matte stand und was Neues brauchte. Im September 1989 kam gerade der Neue Schlüter Magig heraus und der musste es sein, Kinderkrankheiten was ist das, konnte ich doch nichts von wissen, man hat der Geschüttelt. Ralf hatte übrigens auch einen, dem war wohl auch kalt. Dennoch kam ich mit diesem Heli deutlich weiter und so wurden Ende 1989 schon die ersten Loopings und Rollen an den Himmel gezaubert. Ach, das möchte ich noch erwähnen. Es war an einem Dezember Wochenende, Samstagsmorgens, natürlich Helifliegend auf dem Platz .Wieder einmal verabschiedete sich ein Teil des Helis, ich glaub es war das Pitchservo und der Hubschrauber stürtzte zu Boden. Was nun, ich weiß es noch wie Heute. Bombenwetter und kein Heli und das Wochenenende noch vor mir. Montags ging’s in den Laden, denn ein zweiter Heli musste her. Das sollte mir nie wieder passieren, mein Gott war ich verrückt auf Modellhubschrauber fliegen. Es verging kaum ein Tag wo ich nicht geflogen bin also kam ich auch schnell voran,sodass ich 1990 die ersten Bundesliga Wettbewerbe in der Einsteigerklasse mitflog. 1991 eröffnete ich meine Modellflugschule, die ersten 2 Jahre noch neben meiner Tätigkeit im Maschinenbau. Das war schon eine harte Zeit, es wurde oft bis in die Nacht hinein im Kundenwunsch geschraubt und an den Wochenenden und wenn es lange hell war geschult. 1993 habe ich dann gekündigt um mich voll in meiner Flugschule einzusetzen. Ende 93 habe ich den ersten Pöting´Cup ausgetragen, der erste Cup war noch ein Geschicklichkeitswettbewerb. Später, ab 1994 sollte dann 3-D dazukommen welches ich auch seit dieser Zeit schule. Der Pöting-3D-Cup wurde bis 2002 ausgetragen und 1998 durfte ich sogar mein absolutes Idol, Curtis Youngblood auf meiner Veranstaltung begrüßen. Es wäre soviel zu erzählen, wie ich mir selbst das 3D fliegen beigebracht habe und natürlich über tausend lustige Begebenheiten während den letzten 15 Jahre Schulbetrieb. Irgendwann schreib ich doch noch mein Buch. 1996 brachte mich, na wer soll’s gewesen sein, natürlich Ralf Engel an die Großfliegerei. War zwar völlig unvernünftig aus heutiger Sicht aber trotzdem eine Atemberaubende Zeit. Droben gibt es tolle Bilder. Der Flugschein ruht nun seit vielen Jahren und wird auch nicht wieder aktiviert. 2001 kam ein völlig Neuer Antrieb für Modellhubschrauber auf den Markt. Von der Firma Jet Cat wurde eine Turbine samt Mechanik angeboten, welche ich natürlich auch haben musste, Stillstand ist Rückschritt war schon immer mein Motto. In großen Vorbildgetreuen Modellhubschraubern ging es auf einmal richtig aufwärts wenn man am Pitch zog. Und dann der Sound dabei ! Aber auch für diese Thema, wie schon vorher so oft gab es viel zu lernen und auch Lehrgeld zu bezahlen. Im März 2002 führte ich das erste Pöting-Turbinen-Meeting durch welches sich Jährlich wiederholt und zur festen Einrichtung für Turbinenbegeisterte geworden ist. Ende 2004 habe ich mir ein großes Motorflugmodell gebaut um auch diese Sparte zur Schulung anzubieten. Im August 2005 wurde noch ein Jet angeschafft um auch diese Art der Modellfliegerei weiterzuvermitteln. Bei der Jetfliegerei kam mir der Segelflug sehr zu Gute. Es ist schon ein absolut erhebendes Gefühl mit einem Jet schnell und tief zu fliegen. So, es ist Samstag eine Woche vor Weihnachten 2006 und in der Werkstatt gibt’s auch noch einiges zu tun. Es gäbe noch soviel zu erzählen, ich glaub das Buch wird kommen. 05. Januar 2008 Stimmt, lange nichts mehr geschrieben. Es ist Samstag 8.00 Uhr und es wird langsam hell draußen. Für Heute haben sich 2 Schüler angesagt, aber wie die letzten Tage wieder schlechtes stürmisches Wetter. Der eine möchte Turbinenheli fliegen und der andere sein 3 D Rückenflug weiter ausbauen. Da fällt mir ein das es ein Jubiläum zu feiern gibt. Die 3-D Geschichte mach ich ja nun schon 15 Jahre lang. War das damals spannend, so sicher wie heute verliefen die Schulungen natürlich noch nicht ab, da ich es selbst ja erst gerade gelernt hatte. 1993, im Zuge der Schalterlosen Rückenfliegerei lernten ich meinen lieben Freund Jan Henseleit kennen. Damals war er noch, genau wie ich unbekannt, heute kennt ihn jeder. Die Henseleit-Helikopter Three Dee sind nicht mehr wegzudenken und haben sich fest im Markt etabliert. Wir haben damals viel zusammen getestet und geflogen als er seine ersten Helis entworfen hat, danach gings immer nach Herborn in die Eisdiele zum Erdbeerbecher essen. Leider wohnt Jan nun 550 km von hier weg und man sieht sich nur noch selten. Ich weiß noch 1994 in der Schweiz, da hab ich mit Jan zusammen schon Rücken-Nachtflug gezeigt. Jan flog aber immer eine Klasse besser 3D, ich mußte mich halt um meine Schüler kümmern und kam so nicht auf diesen hohen Standart wie Jan. Seinen Flug nach Musik, ich glaub es war der 2 Pöting-3D-Cup, werd ich nie vergessen. Die ausgewälte Musik von Supertramp war genial und absolut typisch für Jan. Er war immer sehr gut für seine Darbietungen in der Öffenlichkeit vorbereitet. Wie die Zeit vergeht. Gott sei Dank bleiben die schönen Erinnerungen ! Ups, da kommen gerade meine Schüler auf den Hof gefahren. Die sind scheinbar sehr Heiß aufs fliegen, sonst hätten die nicht bei diesem schlechten Wetter die vielen Kilometer auf sich genommen. Bald gehts weiter............ Bernd Pöting
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